Am Nachmittag des 21. August 2020 brach in Catela ein Feuer aus, das sich trotz Löschbemühungen zahlreicher Einsatzkräfte ausbreitete und in der Nacht vom 22. auf den 23. August in unserer Abwesenheit die Finca erreichte.

Keine Ahnung, wie lange die öffentlichen Mitteilungen online verfügbar sind, aber dies waren die von der Kanarischen Regierung vermeldeten Statusberichte während des Feuers. Mit DeepL lassen sich die Texte bei Bedarf einigermaßen verständlich übersetzen.

Diese Filmchen sind am 24. August 2020 entstanden. (Leider bei tiefstehender Morgensonne vom unerfahrenen Kamerakind Jan erstellt worden.)


Gang über die Finca ab der Einfahrt, entlang der Straße, bis zum WC.

Gang vom WC, vorbei am Wohnwagen und Kompostklo bis zum Pool.

Gang vom Pool zum Garten und den Sonnendecks.

Gang vom Teich zum hinteren Zelt und Gewächshaus.
Dies sind noch Eindrücke von den Löscharbeiten ringsum am Morgen des 23. August. Ein offener Wassertank auf dem Nachbargrundstück unterhalb diente als Tankstelle fürs Löschwasser.

Die folgenden Fotos sind am 31. August 2020 gemacht worden.


Der noch junge Obstgarten aus Granatäpfeln, Cherimoya, Guave, Orange, Mango und Papayas ist schwer getroffen.

Ebenso die kleine Allee aus Apfelbaum, Cherimoya, Avocado, Feige und Maulbeere.

Auch diese drei kleinen Apfelbäumchen scheinen am Ende zu sein.

Unser Cañas-Feld samt dem letzten Baumrückschnitt hat offenbar auch gebrannt, aber das Feuer nicht auf die Umgebung, wie den Carport abgegeben.

Die große hölzerne Sonnenterrasse sorgte vermutlich für die Hitze, die den großen Mangobaum unterhalb stark in Mitleidenschaft gezogen hat und für das Verbrennen der Kiefern nebendran.

Die kleine hölzerne Sonnenterrasse setzte vermutlich die neben dran stehende Zwillingskiefer in Brand. Der höchste Baum und eine Art Wahrzeichen der Finca.

Die beiden Wiesen vorm Seminarhaus sind verbrannt und einen Teil der Sitzgelegenheiten ebenfalls.

Vermeintlich sicher im Betontank hatten wir jede Mange Bau- und Feuerholz gelagert, zugänglich über eine neue, komfortable Treppe. Leider alles komplett in Rauch aufgegangen.

Eins von drei der Baumwollzelte steht noch, hat aber viele Brandlöcher, die es regenuntauglich machen.

Der Wohnwagen mitsamt seiner Außeneinrichtung ist unbrauchbar geworden. Mit Sicherheit der größte individuelle Verlust und für die Finca als Ganzes.

Das erst kürzlich fast vollständig renovierte Kompostklo ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Das WC-Häuschen ist unversehrt. Zwar sind die zuführenden Leitungen beschädigt worden, aber das sich von diesem Klo ernährende Gewächs muss in Flammen gestanden haben.

Unser Spiral-Hochbeet ist nun nackt. Die Gemüsernte bleibt aus. Der Pfirsichbaum davor kränkelt nun genauso wie der Nispero mittendrin.

Das Gewächshaus hat nur die Hälfte seiner Plastikverkleidung verloren. Die hölzerne Struktur ist unbeschädigt. Leider sind auch durch den anschließenden Wassermangel alle Neupflanzungen eingegangen.

Der trockene Mulch wurde an vielen Stellen leider zum Verhängnis und hat für jede Menge geschmolzene oder verbrannte Bewässerungsschläuche gesorgt.

Da die Leitungen und Kabeln am Häcksler leider vernichtet wurden, bleibt neuer Mulch erst einmal aus. Unklar, ob eine Reparatur möglich ist. Die Lackierung ist stellenweise geschmolzen, aber die Metalteile sehen noch intakt aus. Im Hintergrund die Reste unserer Kompostvorrichtungen.

Am Abend des 1. Septembers 2020 haben wir uns spontan zu dritt zusammengesetzt, um die Ablauf aus dem Gedächtnis nochmals zu rekapitulieren und festzuhalten. Es zeigt sich wie schwierig es ist sich nur zehn Tage später an alle Ereignisse zu erinnern und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Einiges werden wir vergessen haben oder es wird uns erst später einfallen. Wir haben ohne Vorbereitung und Notizen einfach drauf los erzählt und nur ein paar Mal kurz auf Pause gedrückt. Das ungeschnittene, einstündige Gespräch könnt ihr hier hören.

Der zur Finca gehörende, gemeinnützige Verein der Freundinnen und Freunde der Finca Tierra, der zur Aufgabe hat dieses Gelände zu pflegen, zu bewahren und im Sinne seiner Satzung zu nutzen, freut sich über Spenden, die beim Wiederaufbau und der Neubepflanzung helfen.

Einige ältere Fotos der Finca, in grün, sind hier zu sehen.